HISTORISCHES - schützenverein

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HISTORISCHES

ÜBER UNS

Aus unserer Historie

Gegründet: 1451

Die Stadt des Mittelalters war in ihren Mauern, Türmen und Gräben wehrhaft. In diesen Mauern wohnte eine in Waffen geübte Bürgerschaft.

Mit Spieß, Hellebarde oder Armbrust und später mit dem Feuerrohr wurden Übungen abgehalten. Es war Sache der Stadt, die Bürger zu Waffenübungen  anzuhalten und die Waffen in gutem Zustand zu halten.

1437 hatte Grimma 127 Trabanten mit Hellebarden, Spießen und eisernen Flegeln und 107 Schützen.

Im Jahre 1451 traten Grimmaer Schützen zu einer Gilde zusammen und stellten sich unter den Schutz des heiligen Sebastian.
In der Nicolaikirche wurde dem heiligen Sebastian, der bei allen Schützen sehr beliebt war, ein Altar errichten.

Die Schützengilde benannte sich nach ihrem Schutzheiligen „Sankt-Sebastian-Bruderschaft“. Ihre Satzung enthielt Bestimmungen über gemeinsame kirchliche Feiern, festliche Umzüge und Gottesdienste zu Ehren des Heiligen, Wohltätigkeits- und Begräbnisveranstaltungen,
Angaben über Beiträge zu Schützenlade und gesellige Zusammenkünfte u. ä.
Sie unterstanden der Aufsicht und dem Befehl des Rates der Stadt. Sie erhielten Unterstützung frommer und wohltätiger Bürger.

Der Rat der Stadt stiftete unter anderem die Erlaubnis, zu festlichen Schmäusen aus der Schützenlache an der Mulde Fische zu fangen.

Mehrere Städte hatten sich zusammengetan, um Wettschießen, das sogenannte „Landesschießen“ , wohl um einen Wanderpreis, „der Städte Kleinod“ zu veranstalten. Es war die hohe und frohe Zeit des Schützenwesens.

Anfang des 16. Jahrhunderts traten tiefgehende Veränderungen ein. Mit der Einführung der Reformation 1529 verschwand der Schützenhalter aus der Nicolaikirche und alle damit verbundenen Bräuche, die Stiftungen behielt die Kirche ein.

Es gab keine „Sankt-Sebastian-Bruderschaft“ mehr. Die Vereinigung der Schützen aber bestand weiter. Es trat nunmehr die militärische Seite der Gilde in den Vordergrund und die Stadt tat alles, um das Schützenwesen zu fördern.

Mit der Weiterentwicklung der Feuerwaffen wird ein Teil der Gilde „Büchsenschütze“. Es kam zu Streitigkeiten zwischen den Armbrust- und den Büchsenschützen. 1554 kam das Pfingstvogelschießen auf, das Vogelschießen der Armbrustschützen und das Königsschießen der Büchsenschützen – das Schützenfest, an dem die ganze Stadt teilnahm.

Im 16. Jahrhundert verlor die Schützengilde an Einfluss in Grimma und es mussten Zwangsschützen eingeführt werden, was der Gilde ein unerwünschter Zuwachs war. Die Bürgerwehr verwendete man nicht mehr im Feldheere, dazu warb man Söldner.

Da die Zuwendungen für Schützen und Söldner zu hoch wurden, begann die Stadt zu sparen. Eine kurfürstliche Kommission verhandelte am 10. Juli 1594 mit Gilde und Stadt und die Stadt musste mehrere Zugeständnisse an die Gilde machen. Dafür musste sich die Schützengilde wieder mit ihren Schießübungen befleißigen.

1615 wurde beim Vogelschießen der Schütze Hans Reuß zum 3. Male Schützenkönig und bat die Stadt um eine Zuwendung.

1620 verfiel die Schützengilde und ihre Einrichtungen.
1622 baute Hans Hoffmann mit dem Material des Schießhauses ein Häuschen an der Stadtmauer.
1660 teilte der Rat der Stadt Grimma dem Kurfürsten mit, dass in Grimma weder Schützen noch Rüstungen vorhanden wären.

Im Jahre 1680 wollte der Rat die Schützengilde neu beleben, was aber nur unvollkommen gelang. Es kamen nur wenige Bürger zusammen, um sich im Umgang mit Waffen zu üben. Was sie aber nicht hinderte, ihre früheren Zuwendungen zu verlangen.
Schließlich verordnete der Kurfürst 1683, dass die jungen Bürger durch geziemende Zwangsmittel zur Teilnahme angehalten würden.

1684 stiftete Kurfürst Johann Georg III. eine Fahne, die noch nach 1740 in Gebrauch war.

1764 stiftete Friedrich August eine neue.

1776 stand das Schießhaus dort, wo heute das Schützenhaus steht.

Anstatt der Zuwendungen von Thalern und Groschen Gewinngeld erhielt die Schützengilde durch kurfürstliche Bewilligung das Recht, jedes Jahr „ein des Ortes gewöhnliches Bier steuerfrei“ abzubrauen.

Das neue Jahrhundert 1801 begrüßten die Schützen auf besondere Weise. Als das letzte Jahrhundert mit dem 12. Glockenschlag Abschied nahm, schmetterten Trompeten- und Paukenschall von der Freitreppe des Rathauses herab, während die Schützenkompanie vor der Stadt drei Intervalle aus Böllern abfeuerte.

Ab 1817 wurden die Schützen als Armeereserve und Organisation für Ordnung, Ruhe und Sicherheit der Stadt engesetzt. Zu diesem Zwecke sollten alle waffenfähigen Bürger bis zum 60. Lebensjahr in die Schützencorps eintreten.
Dagegen wehrte sich die Schützengilde, bis die Schützengilde aufgelöst, das Schießhaus und die Schießwiese verkauft wurden. Den Erlös von 1200 Thalern teilte die Schützengilde untereinander auf.

Am 4. August 1823 wurde die Nationalgarde gegründet, der als erster Zug von vier Zügen die Schützengilde vorstand.
In diesem Jahr zog die Nationalgarde zum ersten Male zum Königsschießen mit der vom Offizierscorps gestifteten neuen Fahne aus.

1830 wurde unter dem Tuchmacher Johann Gottfried Albrecht ein aus alten Mitgliedern bestehender neuer Schießverein gegründet., der sich aber bald Schützenverein nannte.
Als 1830 die Nationalgarde aufgelöst wurde, traten 64 Mitglieder derselben mit der Bitte an die Landesregierung, die alten Privilegien der ehemaligen Schützengilde, die sie wohl vertreten zurück zu bekommen, was ihnen 1831 genehmigt wurde. So gab es nun zwei Vereine, die sich als Nachfolger der alten Schützengilde fühlten. Die beiden gerieten aber untereinander nicht in Streit, sondern vereinigten sich 1831 beim Königsschießen und Schützenfest zu der alten Schützengesellschaft.

Die besonderen Aufgaben und Gesetzlichkeiten vergangener Zeit wurden abgelegt und die Schützengesellschaft wurde als Verein aufgefasst, die den Schießsport und besondere Geselligkeit pflegte.

Die Gesellschaft hielt immer streng darauf, nur ehrenwerte Männer aufzunehmen. Die Aufnahme wurde sorgfältig erwogen und nicht selten, dass einer abgewiesen wurde.

Ebenso war die Gilde darauf bedacht, alles fernzuhalten, was ihrem Rufe schaden konnte.
Wer als Schütze das Ansehen der Gilde schädigte oder im bürgerlichen Leben nicht makellos dastand, wurde ausgeschlossen.

Kameradschaft war in der Schützengesellschaft kein leeres Wort. Zahlreiche Einzelstiftungen zu guten Zwecken sind in den Akten verzeichnet. Einzelne in Not geratene Mitglieder wurden durch die „Reinhold-Kühn-Stiftung“ unterstützt.
Am 2. und 3. Juli 1901 feierte die Schützengesellschaft ihr 450jähriges Bestehen. Der König Albert von Sachsen hatte als Ehrengabe eine goldene Medaille gestiftet, die auf der Vorderseite sein Bild und auf der Rückseite eine Widmung hatte.

Im Jahr 1899 erwarb die Gesellschaft das Grundstück zum Weinberge, es erhielt den Namen „Schützenhof“.
Im Jahr 1920 musste das Grundstück verkauft werden, es wurde zum Berghotel. Der Schießstand aber mit dem anschließenden Hang nach dem Pressgrunde ist nach wie vor Eigentum der Schützengilde, die auch das Wegerecht besitzt.

Während der Kriegsjahre 1915 – 1918 wurden keine Schützenfeste abgehalten. Bis 1919 wurde die Schützengilde hauptsächlich von dem Schützenbruder Gustav Meyer aufrecht erhalten.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde für die gefallenen Kameraden der Schützengesellschaft eine Feier abgehalten.

1925/26 blickte die Schützengilde auf 475 Jahre zurück. Manch Wandlung hatte sie durchlebt, Zeiten der Schwäche überwunden und Jahre hoher Blüte gesehen.

1926 stand sie da als festgefügte Körperschaft, die den alten Schützengeist in sich lebendig hielt, vaterlandstreuen Bürgersinn, kameradschaftliche Freude an Geselligkeit und stolz die Waffe hochhielt.

Nach der Zwangspause von 1939 bis 1990 bemühten sich 3 Grimmaer Bürger, Herr Mätzold, Herr Winkler und Herr May um die Wiederbelebung der Schützengesellschaft Grimma. Neun hinzugewonnene Bürger von Grimma bildeten das Gründungskomitee.

Am 16.07.1990 fand die Gründungsversammlung im „Goldenen Schiff“ in Grimma statt.
Es entstand die „Privilegierte Schützengesellschaft Grimma e.V.“

Der Bestand an Waffen und Gerätschaften der ehemaligen Gesellschaft für Sport und Technik der DDR wurde übernommen.

Es erfolgte der Beitritt in den „Sächsischen Schützenbund“.
Kein Schützenbruder hatte die Sachkundeprüfung und so waren Schützenübungen nicht möglich. Es wurde eine Übergangslösung gefunden. Dank des Einsatzes von Herrn Panke und Schützenbruder Bock war es möglich, sonntags zu schießen. So war am 27.01.1990 Anschießen unserer Gesellschaft.

Der erste Schützenkönig nach 51 Jahren Unterbrechung war Gunter Stolz. Am Abend war Schützenball im „Goldenen Schiff“.

1991 war reich an Arbeit. So musste der Schießplatz beräumt und von Altlasten befreit werden. Die sanitären Anlagen wurden erneuert und die Waffenkammer wurde in brauchbaren Zustand versetzt. Viele Stunden waren nötig, um mit der Stadt Grimma einen Pachtvertrag auszuarbeiten.
Am 19.06.1991 erhebt die Privilegierte Schützengesellschaft Rückführungsanspruch beim Landratsamt Grimma auf den ehemaligen Schießstand „Berghotel“. Der Antrag ist seitdem in Bearbeitung.
Am 20.06.1991 kamen die ersten Waffenbesitzkarten in die Gesellschaft und es konnten eigene Waffen gekauft werden.

Für den alten Schießstand wurden viele Auflagen erteilt und es hat bis 1995 gedauert, bis alles erfüllt wurde.

Bis heute wurden 5 Schützenfeste gefeiert.

Dank des letzten Schützenkönigs von 1939, Herrn Findeisen aus Grimma, wurde der alte wertvolle Schützenschmuck zurückgegeben und unserer neuen Gesellschaft von Frau Findeisen überreicht.

Wie in alten Zeiten so zerstritten sich auch die neuen Mitglieder und es entstand in Grimma ein zweiter Schützenverein.
Die „Privilegierte Schützengesellschaft Grimma e.V.“ ist in der neuen Zeit auf etwa 50 Mitglieder gewachsen.

In der Leisniger Straße in Grimma entstand eine Schützenklause und daneben eine Bowlingbahn mit Gastronomie.

Dort wurde Mitgliedern und interessierten Gästen folgendes angeboten:

- Kleinkaliberschießen mit Gewehr und Pistole (Einzel- und Mehrlader)
- Einmal im Monat Großkaliberschießen außerhalb von Grimma
- Vorderlader-, Luftgewehr- und Böllerschießen
- Gesellige Abende in der Schützenklause, Schützenfest
- Königsschießen und interne Vereinsschießen
- Teilnahme an Wettkämpfen
- Ermitteln des Stadtmeisters
- Gemeinsame Busfahrten

Jeder Bürger, der Interesse am Schießsport oder am Vereinsleben der „Privilegierte Schützengesellschaft Grimma e.V.“ hat, ist herzlich eingeladen, sich an unserem Vereinsleben zu beteiligen.

Bis hier zusammengetragen von  Herbert Holl



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